Lederhaut:


Die Huflederhaut sorgt einerseits für die Verbindung zum Hufbein und damit für die Anbindung der Hufkapsel an das Skelett und andererseits für das Wachstum des die Hufkapsel bildenden Hufhorns. Da das Hufhorn an verschiedenen Stellen des Hufes unterschiedliche Funktion ausübt und daher auch unterschiedliche Strukturen aufweist, unterscheidet man die folgenden sechs Arten der Lederhaut.

 

-   Saumlederhaut:

Die Saumlederhaut ist der Übergang der „normalen“ Haut des Pferdebeins in die Kronlederhaut. Sie ist lediglich etwa fünf Millimeter breit und bildet das relativ weiche Horn des Saumbandes - das ist der obere schmale Rand der Hufkapsel - das etwas enger ist als die daran anschließende Hufwand.

 

-   Kronlederhaut:

Die Kronlederhaut liegt als ringförmiger Wulst unterhalb des Saumbandes. Sie bildet das Horn der Hufwand - das ist der den Huf seitlich umgebende Bereich des Hufhorns. Das Hufhorn wächst dabei kontinuierlich, vergleichbar dem menschlichen Fingernagel, nach unten, um abgeriebenes Hufhorn zu ersetzen. Die Wachstumsrate beträgt etwa acht bis zehn Millimeter pro Monat.

 

-   Wandlederhaut:

Die Wandlederhaut setzt die Kronlederhaut nach unten hin fort und stellt den flächenmäßig größten Teil der gesamten Lederhaut dar. Sie hat pro Huf eine Fläche von etwa einem Quadratmeter und stellt durch ihre mikroskopischen Strukturen den festen Halt der Hufwand am Huf sicher. Wie ein Klettverschluss bildet sie eine lose Verbindung, die trotzdem exzellenten Halt gewährleistet. Außerdem bildet sie den seitlichen Ersatz für die Knochenhaut des Hufbeins.

 

-   Sohlenlederhaut:

Die Sohlenlederhaut bedeckt den unteren Teil des Hufbeins und sorgt für das Wachstum des harten Teils des Sohlenhorns. Sie bildet auch den Knochenhautersatz im unteren Bereich des Hufbeins.

 

-   Strahllederhaut:

Die Strahllederhaut ist für die Produktion des elastischen Strahlhorns zuständig. Sie umschließt auch das Knorpelgewebe des Strahlpolsters.

 

 

-   Ballenlederhaut:

 

Die Ballenlederhaut liegt zwischen der Saum- und der Strahllederhaut und überzieht die Ballen des Hufes. Sie ist mit sehr feinen Zotten besetzt. Ihre Epidermiszellen erzeugen das dünne, weiche Ballenhorn, sowie am Übergang zur allgemeinen Decke der Gliedmaße, auch behaarte Haut.